Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Dank einer pünktlichen Straßenbahn waren die Nahverkehrshelden heute zeitig am Hauptbahnhof Gelsenkirchen. Doch am Bahnsteig 6 lächelte uns nur ein leeres Display an. Unser Zug wurde nicht wie üblich angekündigt.
Pünktlich zur geplanten Abfahrtszeit um 07:31 dröhnte dann das gefürchtete Lied vom Zugausfall über die Lautsprecher durch die Luft. Warum kann man das denn nicht auch auf dem Display den Kunden Beförderungsnehmern mitteilen? Immerhin gab es über die Lautsprecher eine Information dazu, wie Reisende mit dem Ziel Dortmund ihre Reise fortsetzen können. Von Gleis 25 sollte man die Glückauf-Bahn (RB 46) nach Bochum nehmen, um von dort mit dem NRW-Express (RE1) das Reiseziel Dortmund zu erreichen.
Kaum auf diesem Bahnsteig angekommen, setzte der Sprecher seine Ausführungen fort. Die Bahn nach Bochum werde heute voraussichtlich 15 Minuten später abfahren. Wir ärgerten uns und überlegten, wie das in Bochum vom Anschluss her passen würde. Und ob ein Warten auf die S2, die um 07:59 ab Gelsenkirchen fährt, nicht die bessere Alternative sei. Wenn die S2 denn fahren würde.
Leider war dazu am Gelsenkirchener Hauptbahnhof keine Information verfügbar. Unverhofft änderte sich jedoch nach wenigen Minuten offensichtlich die Lage. Während die Nahverkehrshelden sich noch um eine Information zur S2 bemühten, drang plötzlich: "Der Zug nach Hamm fährt nun doch! ... Bitte beachten Sie, der Zug fährt heute abweichend aus Gleis 7 am Bahnsteig gegenüber." an unsere Ohren vor.
Gemeinsam mit zahlreichen anderen Betroffenen spurteten wir erneut zu einem anderen Gleis. Dort funktionierte das Display. Es teilte mit, dass der Zug nach Haltern am See (RB42, Abfahrt 7:41) heute ausfallen würde.
Tatsächlich rollte, kaum hatten wir den Bahnsteig erreicht, der RE3 in den Bahnhof. Dieser nahm tatsächlich schleichend seine Fahrt in Richtung Dortmund auf. Ab Wanne-Eickel ging es dann fast normal weiter, wenn man mal von Informationsopfern absieht, die sich im RB42 wähnten. Mit zusätzlichen 15 Minuten auf unserem Verspätungskonto erreichten wir schließlich Dortmund Hauptbahnhof. Wieder einmal lernten wir, dass die Bahn im Bereich der aktiven problembezogenen Kundenkommunikation große Defizite hat.
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