Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Ausgerechnet am Freitag war es im Büro etwas später geworden. Kaum war das Büro in Dortmund verlassen, da klingelte das Handy. "Du glaubst nicht, was hier los ist! Hier geht die Welt unter. Blitz, Donner und Hagel gehen über Gelsenkirchen herab."
In Dortmund war davon noch nichts zu sehen. Zwar hatte es auch hier im Laufe des Nachmittags bereits gewittert. Doch vom "Weltuntergang" war hier nichts zu spüren. Am Hauptbahnhof angekommen, sahen zwei der Nahverkehrshelden dann die dunkle fast völlig schwarze Wand, die in der Richtung des angestrebten Reiseziels sich unserem Zug kurze Zeit später entgegenstellen sollte.
Kaum hatte der Regional express Dortmund Mengede verlassen, tauchte der Zug in starke Regelfälle ein. Auf der Strecke zwischen Castrop-Rauxel und Herne hüllten dann bodennahe, dichte Regenwolken den Zug in eine dampfende Landschaft. Blitze schlugen mit lautem Donner im Umfeld der Bahnstrecke ein. Das war also der angekündigte "Weltuntergang".
Zwischen Wanne-Eikel und Gelsenkirchen stoppte der Zug dann mehrfach, um schließlich mit gut 10 Minuten Verspätung in Gelsenkirchen einzufahren. Dort lang eine dichte Hageldecke. Man fühlte sich spontan an eine Winterlandschaft erinnert.

Auf dem Weg in die Bahnhofshalle tröpfelte es dann an vielen Stellen des Bahnhofs durch die Decke. Die Bahnhofsvorhalle stand knöcheltief unter Wasser.

Die 107, mit der Heimweg fortgesetzt werden sollte, wurde auf den Displays des Bahnhof nicht angezeigt. Statt dessen hieß es dort: "Wegen eines Unwetters kommt es im gesamten Stadtgebiet zu erheblichen Verspätungen". Naja, zum Ende der Woche muss man nicht nach Hause laufen. Zudem regnete es weiter recht stark. Also ging es mit der 301 bis zum Heinrich-König-Platz. Dort das gleiche Bild. Die Halle dieser U-Bahn-Station stand ebenfalls großflächig unter Wasser. Die Rolltreppen waren ausgefallen und völlig mit Laub und Blüten verdreckt.

Also blieb keine Wahl. Ab durch den Stadtpark, um den Heimweg fortzusetzen. Dort hatte das Wasser die Gully-Deckel hochgespült.

Auf der Feldmark-Straße wurde das ganze Ausmaß der Überschwemmungen sichtbar. Dort war eine Senke unter einer Eisenbahnbrücke vollgelaufen. Die Feuerwehr schob einige Autofahrer, die mit ihren Fahrzeugen an diesem See gescheitert waren, durch die Fluten. Oberhalb des Sees stand die 107 und wartete wohl auf besseres Wetter.

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