Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Gelsenkirchen ist ein ganz besonderer Ort. Denn ein Besuch in der Stadt der ehemals 1000 Feuer ermöglicht, ganz ohne jeden Aufpreis, Zeitreisen. An kaum einem anderen Ort des Ruhrgebiets fühlt man sich so oft und so schnell in die Vergangenheit zurückgesetzt.
Da sind zunächst die Fans des örtlichen Fußballvereins. Sie warten mehr als einem halben Jahrhundert auf den aus ihrer Sicht überfälligen Meistertitel. Misserfolg hat Gründe, gerade im Sport. Wer nach einem Verfechter des Offensivfußballs wie Ralf Rangnick plötzlich Huub Stevens aus dem Hut der Vergangenheit zaubert, der ist in der modernen Welt des Fußballs nicht angekommen.
Den Fans ist das egal, sie feiern bei jeder Gelegenheit - meist in völliger Ignoranz der fußballerischen Realität - ihre Legionäre. Besonders beliebt ist der Stadionklassiker "Glück auf! Der Steiger kommt". Dieses Lieb wird selbst bei einem Spiel der zweiten Mannschaft mit einem Engagement gesungen, als ob der Verein gleich der Salatschüssel des DFB entgegen nehmen darf.
Doch genau das, das will seit mehr als 50 Jahren nicht passieren. Und fast scheint es, also ob Stadt und Verein eine merkwürdige Symbiose eingegangen sind. Denn zahlreiche Gebäude und Straßen der Stadt wirken, als ob hier die DDR im Endstadium überlebt hat.
Selbst das erste Kaufhaus am Platz hat es in fast 10 Jahren nicht geschafft, sein Hinweisschild in der Tiefgarage anzupassen.
Hinweisschild im Gelsenkirchen des Jahres 2011
Schöner kann man kaum dokumentieren, wie sich diese Stadt aufgegeben hat. Aber vielleicht gibt es ja noch eine kleine Hoffnung, wenn Schalke endlich einmal mehr als den DFB-Pokal gewinnt, dann wird es sicherlich auch wieder mit der Stadt aufwärtsgehen.
In diesem Sinne: Schaaaaalke!
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Thursday, den 20. October 2011 um 09:09
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