Oh, nein, nicht schon wieder! Die GDL will wieder das Streikrecht missbrauchen

Bei der Bahn stehen mal wieder Streiks vor der Tür. Es kotzt mich an, dass die Zwergengewerkschaft Gewerkschaft der Lokführer (GDL) regelmäßig die Fahrgäste als Geiseln nimmt. Denn nach dem Auslaufen einer „Friedensvereinbarung“ mit der wesentlich größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat die GDL ihren „Zuständigkeitsbereich“ einseitig ausgedehnt. Bisher nur für die Vertretung der Lokführer zuständig, nimmt sie sich nun auch anderem fahrenden Personal der Bahn an. Also den Schaffnern und den Bedienungen in den Bistro-Wagen. Damit „vertritt“ die GDL jetzt fast doppelt so viele Menschen wie zuvor.

Die Bahn versuchte in der vergangenen Woche vergeblich, mit beiden Gewerkschaften eine Fortsetzung der bisherigen Zuständigkeitsvereinbarungen zu erreichen. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber bezeichnete das Platzen der Gespräche als Rückschritt. Warf der GDL vor, die Gespräche absichtlich herbeigeführt zu haben.

GDL-Chef Claus Weselsky scheint in der Tat wenig Interesse an einer Einigung zu haben. Denn natürlich will er die neue Klientel von den eigenen „Leistungen“ überzeugen. Und für die Stammmitgliedschaft fordert er nicht nur fünf Prozent mehr Lohn, sondern auch zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche. Womit sich das Volumen der Forderung auf über zehn Prozent beläuft. Bei allem Verständnis, aber womit ist das zu rechtfertigen?

Wie in der Vergangenheit kündigt die GDL an, für die Durchsetzung ihrer Forderung streiken zu wollen. Sie wird also wieder Millionen Pendler in Geiselhaft nehmen. Wird der Wirtschaft schaden. Und das Image der Bahn beschädigen. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn im Fernverkehr setzten Busse der Bahn immer stärker zu. Angst vor Streiks wird noch mehr Kunden in die Busse treiben. Womit sich die GDL indirekt als Werbeargument für die Konkurrenz der Bahn erweist.

Und die Politik schaut tatenlos zu!

Denn um die Pläne der Regierung, die Verhandlungszuständigkeit in Betrieben automatisch der großen Gewerkschaft zuzuordnen, ist es verdächtig still geworden. Sicherlich ist das verfassungsrechtlich ein schwieriges Thema. Aber auch Verfassungen lassen sich ändern. Und im Sinne der Pendler wäre es zu begrüßen, wenn die Politik endlich den Mut hätte, auch mal ein schwieriges Thema anzugehen. Denn sonst hat das mit den Erpressungen der GDL nie ein Ende!

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