Von Normbananen, Rolltreppen und Kinderwagen

veröffentlicht am 08.01.2010, 10:15

Als Berufspendler beschäftigt man sich ja überwiegend mit Verspätungen und vollen Zügen, wie man sie auf dem Arbeitsweg regelmäßig erlebt. Ein Artikel bei Doctor-Speed führte den Nahverkehrshelden jetzt vor Augen, dass dieser Blick nicht das ganze Leid des Nahverkehrs erfasst. Es gibt, wie wir bei Doctor-Speed lesen konnten, tatsächlich eine Sicherheitsrichtlinie der Europäischen Union, die den Transport von Kinderwagen auf Rolltreppen verbietet.

Nun wollen wir kein EU-Bashing betreiben, denn die Europäische Union ist abseits von Milchquoten oder Normbananen eine sehr sinnvolle Sache. Denn auch wegen des inzwischen aus 27 europäischen Staaten bestehenden Staatenverbunds erleben wir heute in Europa eine der längsten Friedensperioden seit dem Ende des Mittelalters.

Ja, haben die denn in Brüssel nichts anderes zu tun?

Trotzdem muss man sich fragen, ob es wirklich die Aufgabe dieser Institution ist, die Nutzung von Kinderwagen auf Rolltreppen zu verbieten. Was kommt wohl als Nächstes? Das Verbot von Papierkugeln auf dem Fußballplatz? Das Verbot, Formel-1-Autos auf der Strecke entgegenzulaufen?

Egal, denn unabhängig von den Regeln aus Brüssel ist nämlich sehr interessant, wie wir in unserem Land inzwischen mit Richtlinien der EU umgehen. Die Fraktion der in Parlamenten früher hauptsächlich strickenden Partei in Düsseldorf nutzt im aktuellen Beispiel die „Kinderwagen-Rolltreppen-Richtlinie“, die gar keine Gesetzeskraft hat, um für den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe in Düsseldorf zu werben. Nun ist das an sich eine lobenswerte Sache, nur lässt sich dazu sicherlich keine völlig überzogene EU-Richtlinie als Begründung nutzen.

Immerhin kann man aktuell hoffen, dass das Verbot von Kinderwagen auf Rolltreppen nicht von offizieller Stelle kontrolliert wird. Und sollte sich ggf. im Einzelfall einmal ein eilfertiger Hilfsblockwart berufen fühlen, dieses Verbot durchzusetzen, so ist er wenigstens kein Produkt der EU. Denn das konnten wir in Deutschland ja schon immer ganz alleine. Für so etwas brauchen wir keine Richtlinien oder Verordnungen aus Brüssel.

Bisher kommentiert:


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B.
Friday, den 08. January 2010 um 18:00
Naja, irgendein übereifriger Rentner wird schon eine Frau mit Kinderwagen von der Treppe werfen. Schließlich hat er doch irgendwo gehört hat, dass DIE das nicht darf.
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Ali
Friday, den 08. January 2010 um 20:04
Hat DIE denn einen Migrationshintergrund?
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Anonymous
Saturday, den 09. January 2010 um 13:50
Braucht DIIEEEE für so EINEN nicht! Kann der auch so!
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Tom
Saturday, den 09. January 2010 um 20:59
Wer kann was? DER?
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Anonymous
Sunday, den 10. January 2010 um 20:52
Ähm, "was" muss doch wohl "das" heißen, oder?
Aber egal, auch ein schönes Beispiel für den EU-Wahn ist die Abschaffung des Branntweinmonopols: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,669202,00.html
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Tom
Sunday, den 10. January 2010 um 21:43
Wieso ist das ein EU-Wahn? Wir sollten froh sein über alle Subventionen, die endlich vom Wind der Geschichte verweht werden.
Last Edit: January 10, 2010, 21:45:01 by usr_admin  
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Mal was anderes!
Monday, den 11. January 2010 um 21:50
Ihr seid vom Thema abgekommen!


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