Locomore ist Pleite

Erst im vergangenen Dezember startete der Bahnkonkurrent Locomore. Wobei das mit der Konkurrenz immer so eine Sache war. Denn das Bahnunternehmen bediente bisher nur die Strecke Stuttgart Berlin. Andere Strecken fuhr der neue Bahn-Herausforderer nicht. „Fuhr“, denn heute meldete Locomore beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte das Gericht den Berliner Rechtsanwalt Rolf Rattunde. Dem Handelsblatt gegenüber zeigte sich Professor Rattunde hinsichtlich des weiten Betriebs zurückhaltend. Denn das Unternehmen müsse in den nächsten Tagen „hohe Zahlungen“ leisten. Ohne frisches Geld sei der Betrieb nicht aufrechtzuerhalten. Deshalb ist das Ende von des Bahnbetriebs wohl nur eine Frage der Zeit.

Locomore war von Anfang an finanziell schwach auf der Brust

Denn die Finanzierung des Unternehmens war von Anfang an dünn. Nur gut 600.000 Euro konnte das Unternehmen vor dem Start einsammeln. Offensichtlich war das nicht genug. Wohl auch, weil der Start schwierig war. Zum Start gab in den früheren Intercity-Wagen der Deutschen Bahn aus den späten 1970er Jahren, die Locomore modernisieren lies, Probleme. Es gab verstopfte Toiletten und Probleme mit dem WLAN.

Zeitweilig pendelte das Unternehmen nur viermal in der Woche zwischen der Schwabenmetropole und der Hauptstadt hin und her. Damit gewann Locomore Zeit, um die Probleme am Zug zu lösen. Trotzdem meldete das Unternehmen noch im April, dass in den ersten 100 Tagen immerhin 70.000 Kunden den markant orangefarben lackierten Zug nutzen. Die Auslastung lag, wie der Insolvenzverwalter berichtet, zwischen 60 und 70 Prozent.

Offensichtlich reichte das nicht, um profitabel zu wirtschaften. Das Unternehmen muss vier Euro pro Kilometer für die Streckennutzung zahlen. Dazu kommen die Kosten für den Betrieb des Zugs. Trotzdem hatte das Unternehmen große Pläne. Denn im Frühjahr 2018 plante Locomore bisher mit einem zweiten Zug Köln und das Ruhrgebiet mit Berlin verbinden. Daraus wird nun wohl nichts mehr werden!

Wollte!

Denn die Vision einer Bahn mit Bio-Verpflegung, Retro-Design und Themen-Abteilen mit Gesellschaftsspielen oder Gesprächsrunden ist nach nur fünf Monaten geplatzt.

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