Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Unser heutiges Thema hat, das geben wir gern zu, nur sehr bedingt mit dem Nahverkehr zu tun. Doch als Pendler-Blog berichten wir regelmäßig auch über Erlebnisse, die wir auf unserem Arbeitsweg beobachten. Heute trafen die Nahverkehrshelden dabei auf Jürgen Drews. Die ewige Kornfeld-Nudel beglückte im wunderschönen Gelsenkirchen tatsächlich zahlreiche Fans Zuhörer.

Nun wollen wir nicht über den durchschnittlichen und vermutlich in mehrfacher Hinsicht breiten Gelsenkirchener spekulieren, der um 18:30 vor dem Hauptbahnhof einem alten bereits lange bekannten Schlagerstar lauscht. Immerhin verdient der Mann seit mehr als 30 Jahren seine Brötchen als Sänger – obwohl Drews als ehemaliges Mitglied der „Les Humphries Singers“ fast wie das Produkt einer Casting-Aktion aus der Zeit des frühen Buntfernsehens durchgeht.
In all diesen Jahren hatte der im beschaulichen Schleswig aufgewachsene Unterhaltungskünstler mit der Coverversion des Country-Songs „Let your love flow“ von den Bellamy Brothers so gar tatsächlich einen echten Nummer-eins-Hit. Und auch in Gelsenkirchen schaffte es Drews irgendwie, dem ansonsten um diese Zeit scheintoten Bahnhofsvorplatz gut zu füllen.
Denn insgesamt wirkte das Event in der Fußgängerzone auf die Nahverkehrshelden peinlich. Drews spielte auf einer vielleicht vier mal vier Meter großen Bühne, die die Betreiber eines Einkaufszentrums vor ihre Tür gestellt haben. Direkt vor der Bühne hatten sich ein paar Zuhörer versammelt, die den Sänger trotz dessen Einsatz moderner Tontechnik fast in den Hintergrund sangen.
Während des Konzerts versuchte Drews mit spontanen Unterbrechungen seiner Gesangskunst das Publikum davon zu überzeugen, dass sein Gesang live sei und nicht vom Band käme. Offensichtlich blieben da bei dem einen oder anderen Zuhörer Zweifel. Fast schüchtern fragte Drews, ob er seinen Gesang fortsetzen solle. Und sag lieber weiter, bevor das Publikum wirklich antworten konnte.
Vielleicht sollte Drews, der im April das Rentenalter erreicht, langsam wirklich in den Ruhestand gehen. Denn was soll nach diesem Konzertereignis noch kommen?
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