Die spielen doch nur Modelleisenbahn! Und die Fahrgäste sind den egal!

veröffentlicht am 27.01.2010, 06:45

Es gibt Service, der ist so abstoßend und grauenhaft, da muß die Konsumentenseele erstmal eine Nacht zur Verdauung schlafen, um beim Kommentar nicht ausfallend zu werden. Die »eurobahn« sorgte gestern Abend in Dortmund für solch ein Erlebnis. Denn sie schickte ihre Fahrgäste nach dem Einsteigen zurück in die Kälte, um eine absurde Rangierfahrt durchzuführen.

Im Büro war es etwas später geworden. Um 19:03 sollte es endlich nach Hause gehen. Kaum am Bahnsteig angekommen rollte der Regionalexpress 3 pünktlich in den Bahnhof ein. Alles wird gut, dachten die Nahverkehrshelden und freuten sich über den Doppelzug, den sie erblickten. Sollte die »eurobahn« etwa endlich das Fahrgastaufkommen richtig einschätzen können?

Ja, vielleicht! Aber die sind trotzdem immer für eine Überraschung gut!

Denn die eurobahn teilte den Zug. Ein Teil werde sich auf den Weg nach Hamm machen, der andere Teil werde zurück nach Düsseldorf fahren, wurde über die Zugzielanzeiger und über Lautsprecher durchsagen mitgeteilt. Erstaunlich schnell sortierten sich die Fahrgäste in die beiden Zugteile.

Dann passierte zunächst nichts. Erst gut fünf Minuten nach der geplanten Abfahrtzeit gab es ein Lebenszeichen. Lautsprechergequake forderte die Fahrgäste zum Verlassen des hinteren Zugteils auf. Man würde jetzt mit dem Zug rangieren und dabei könnten aus Sicherheitsgründen leider keine Fahrgäste an Bord bleiben.

Es regte sich ein gewisser Unmut, doch tatsächlich verließen alle Fahrgäste den hinteren Zugteil, um bei Minustemperaturen von rund 10 Grad auf das Ende dieser Arbeiten zu warten. Prompt setzte sich die hintere Hälfte des Zugs in Bewegung und verließ leer den Bahnsteig. Gleichzeitig nahm der vordere Teil des Zugs fast planmäßig seine Reise nach Hamm auf.

Fahrgäste am Bahnsteig - Die eurobahn rangiert lieber
Fahrgäste am Bahnsteig - Doch die eurobahn rangiert lieber und läßt die Fahrgäste in der Kälte stehen.

Zurück in der Kälte blieben allein die Fahrgäste mit dem Ziel des mittleren oder westlichen Ruhrgebiets. Sie fügten sich in Ihr Schicksal und warteten. Und spätestens seit gestern wissen die Nahverkehrshelden, das auch 10 Minuten bei minus 10 Grad wirklich lang werden können! Dann endlich kehrte der Zug zurück. Auf dem Bahnhofsvorfeld hatte man ihn mit einem weiteren Zug der Eurobahn verbunden.

Was soll der Scheiß?

Abgesehen davon, dass diese Aktion wieder einmal 15 Minuten für das persönliche Verspätungskonto einbrachte, fragt man sich als Fahrgast natürlich, warum lassen die Komiker von der eurobahn den Zug, der da offensichtlich auf dem Bahnhofsvorfeld geparkt war, nicht einfach nach Hamm fahren und sparen sich die sinnlose Aktion. Denn dann hätten die Fahrgäste nicht unnötigerweise 10 Minuten in der Kälte stehen müssen und wären zudem auch noch pünktlich nach Hause gekommen.

Bisher kommentiert:


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Ein Bruder im Geiste
Wednesday, den 27. January 2010 um 08:51
Ich würde das ja mal positiv sehen. Da spart man sich doch teure und aufwendige Saunagänge, da 10 Minuten bei Minus 10 Grad eine schöne Abhärtung sind ;-) Aber ich sag' nur typisch EUROBAHN!!! Echt schade, dass man keine Alternative zu diesem serviceorientierten Dienstleister im öNV hat.
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Sklaven-Express-Mitfahrer
Wednesday, den 27. January 2010 um 14:49
War es der Eurobahn im Zeitpunkt, da sie bei der Ausschreibung um den RE3 mitgemacht hat, nicht klar, dass im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr doch tatsächlich Fahrgäste auf den Bahnhöfen erscheinen, um mitzufahren? Neidisch blicke ich morgens auf den gegenüberliegenden Bahnsteig, wo Minuten nach geplanter Abfahrt meines Zuges der RE2 in Richtung MG hält (der ist oft früher da als der RE3): Doppelstöckig, 4 (oder 5 Wagons) und Bordcafé. Na das ist doch was. Zum gleichen Preis übrigens. Und dann kommt irgendwann meine überfüllte Bahn mit Straßenbahn-Flair nach Düsseldorf. Da braucht man insbesondere morgens mit nur einem Zugteil kein Alsheimer zu haben, um jeden Tag viele neue Leute (meist intensiver als wünschenswert) kennenzulernen. Es ist schon ein Fortschritt, dass nun (in Wanne-Eickel) die Verspätung wenigstens durchgegeben wird. Bis vor Kurzem wurde einfach der nächste Zug eingeblendet und das war's. Häh?

Ich gebe zu, mein Beitrag ist weder konstruktiv oder informativ sondern nur nörgelig. Aber vielleicht sind einige hier, denen es genau so geht und mich (etwas) verstehen. Geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.
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nahverkehrshelden.de
Thursday, den 28. January 2010 um 06:12
@Ein Bruder im Geiste
Schön, dass Du Deinen Humor nicht verloren hast.

@Sklaven-Express-Mitfahrer
Das Thema eurobahn kann man nicht mehr konstruktiv beurteilen. Und der Vergleich mit dem RE2 macht wirklich traurig!
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Noch-ein-Mitfahrer
Saturday, den 30. January 2010 um 09:23
Hat den mal jemand die eurobahn gefragt, was der Blödsinn soll?
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wirklich witzig
Saturday, den 30. January 2010 um 19:28
Gestern hatten die erstmals Fahrkartenkontrolleure im Zug. Das war echt witzig, denn der Herr hat zu meiner Krankenversicherungskarte freundlich "Danke!" gesagt. Ich wollte den mal testen und der kannte wohl die Fahrkarten nicht. Nicht mal das können die! Und dabei hätte ich sogar eine richtige Fahrkarte in der Tasche gehabt. :-))))
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Bahn-Erlebnisse-Blog
Monday, den 01. February 2010 um 22:20
Oftfrang man sich, was sich die Leute dabei denken, doch sie sind vermutlich der irrigen Meinung einen verdammt guten Job zu machen. Ob Deutsche bahn, Eurobahn, Rheinbahn und wer auch immer, einen zufriedenstellenden SWervice konnte ich noch bei keinem feststellen.
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nahverkehrshelden.de
Friday, den 05. February 2010 um 12:49
@Noch-ein-Mitfahrer
Ja, haben wir! Aber die eurobahn wünscht nicht, dass wir die Antwort hier posten.

Für eine postbare Antwort müsse man die Pressestelle fragen. Nun wollen wir nicht darüber grübeln, dass es in so einem Fall vielleicht ein prima Service wäre, wenn die im Kundenservice unsere Frage, ob wir das Posten dürfen, sofort an die Pressestelle weiterzuleiten würden. Trotzdem ist die Antwort irgendwie ja auch ein Beleg für unsere zu diesem Beitrag gewählte Überschrift!
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Noch-ein-Mitfahrer
Friday, den 05. February 2010 um 16:34
Ja, spinnen die? Haben die denn gar nichts verstanden? Weder dieses Medium, noch ihre Aufgabe? Glauben die wirklich, dass ihr hier irgend so ein PR-Geblubbere für die veröffentlicht?
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Experte
Monday, den 15. February 2010 um 21:34
@Noch-ein-Mitfahrer
Das wird betrieblich notwendig gewesen sein, weil die Fahrzeuge in einem bestimmten Interval in die Werkstatt nach Hamm-Heesen müssen, wo man aktuell Umlaufmäßig nicht regelmäßig hinkommen. Die eurobahn wird schon merken was sie von ihrem schlechten Service hat. Schließlich muss ein ordentlicher Malus an den VRR gezahlt werden, wenn die Fahrgastzahlen sinken.


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