Denn Sie wissen nicht, was sie tun

Heute hatte ich mal wieder einen Termin in Mannheim. Der Weg ist eigentlich keine große Sache. Wenn ich um 7 Uhr in Essen in den Zug steige, bin ich um 9:23 vor Ort. Mit dem Auto schaffe ich das nicht. Zudem hat die Bahnfahrt den großen Vorteil, dass ich auf dem Weg noch etwas arbeiten kann.

Was will man mehr?

Selbst die Pünktlichkeit der Verbindung war bisher in der Regel in Ordnung. Ich bin die Strecke in den vergangenen Wochen rund zehn Mal gefahren. Zumindest auf dem Hinweg war ich bisher meist pünktlich – bis heute. Wobei ich heute ausnahmsweise erst um 9:23 in Essen abfuhr. Prompt blieb mein Zug, der ICE 27, im Bahnhof Siegburg einfach stehen. Der Grund seien Störungen im Betriebsablauf. Ein anderer Zug wäre im vor uns liegenden Streckenabschnitt liegengeblieben.

Kann passieren! Sicherlich, 10 Minuten vergingen, 20 Minuten vergingen, der Zug stand. Mehrfach gab es die Info, dass unser Zug gleich abfahren würde. Doch das passierte nicht. Auch nach fast einer Stunde noch nicht. Zwischendurch sorgte für Verwunderung, dass andere Züge unseren stehenden Zug einfach passierten. Sie fuhren einfach an uns vorbei. Keine Ahnung, warum sie in Richtung Frankfurt in den für uns versperrten Streckenabschnitt einfahren durften.

Nur wir fuhren einfach nicht. Inzwischen war mehr als eine Stunde rum und ich stand immer noch in Siegburg. Na toll! Doch jetzt kam Bewegung in die Sache. Auch wenn unser Zug zunächst weiter unverrückt im Bahnhof Siegburg stand. Doch die freundliche Stimme aus dem Lautsprecher empfahl uns, wechseln Sie mal besser in den nachfolgenden Zug. Das brachte nun zumindest die Passagiere in Bewegung.

Sie stürmten aus dem Zug, raus auf den Bahnsteig und verschwanden im Tunnel, um auf einem anderen Bahnsteig auf einen anderen Zug zu warten. Ich blieb sitzen. Denn eigentlich wollte ich ursprünglich mit dem nachfolgenden Zug fahren. Doch dort war, als ein vor einer Woche die Fahrt buchte, keine Sitzplatzreservierung mehr möglich.

Ich blieb daher optimistisch. Irgendwann wird ja wohl auch mein Zug fahren und ich sollte mich nicht irren. Denn das tat der Zug schneller als gedacht. Fast direkt, nachdem rund 90 Prozent der Reisenden den Zug verlassen hatten, schlossen sich unsere Türen. Ohne weiteren Kommentar setzte sich unser Zug in Bewegung.

1 Kommentar

  1. Ein Schwank aus meiner Jugend, den ich in einem Zusammenhang wie diesem immer mal gerne erzähle:

    Hochsommer 2000 – Plötzlich quiiiietsch.Zug bleibt stehen.Durchsage > Meine Damen und Herren,durch einen Weichenfehler müssen wir anhalten, wir bekommen Gegenverkehr.Bitte haben sie Geduld.
    Alle schauen betroffen.Hitze draussen,Hitze drinnen.
    Man geht massig ins Bordbistro,trinkt ganz schön viel und ergeht sich in Szenarien, was ist wenns plötzlich knallt durch Gegenzug ?
    Man rechnet durch,wir sind in der Mitte des Zugs, es kann also alles halb so schlimm werden.Aber die Paranoia steigt.Ich fange an Gitarre zu spielen, das lenkt ab,wir beginnen zu singen, die Stimmung kippt in Galgenhumor.
    Nach über 1 Std. rauscht auf Nebengleis ein langer Güterzug vorbei.
    Durchsage> Das ging ja noch mal alles gut,wir fahren weiter.
    Vor Frkfrt. fährt Zug ganz langsam ein,wir sind alle ganz schön hackedicht, ich schaue beim aufstehen nicht nach oben und glaube ich zieh mich am Griff hoch.
    Es war leider die Notbremse.Nochmal 10 Min. warten. Die Gäste ausm Bistro verteidigten mich vor Bahnpolizei dass es ein Versehen war,
    und das wars auch glaubhaft. Anschlusszug ?
    Ich hab in Frkft. übernachtet. Denkwürdige Reise.

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