Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Der Datenschutz-Skandal der Bahn zieht immer weitere Kreise. Da macht man sich auch als Nahverkehrheld so seine Gedanken.
Die Financial Times Deutschland (FTD) hat so eben berichtet, dass die Deutsche Bahn im Jahr 2005 sämtliche 220.000 Mitarbeiter einem Screening unterzogen hat. Bereits vor zwei Wochen hatte der "Stern" www.stern.de über die Bespitzelung von Führungskräften berichtet. Etwas später musste der Korruptionsbeauftragte des Unternehmens, Wolfgang Schaupensteiner, dann zugeben, dass die Bahn 2002 und 2003 die Adressen und Bankverbindungen von 173.000 Beschäftigten mit den Angaben von Lieferanten verglichen habe.
Gestern berichtete Markus Beckedahl, der Betreiber des Blogs Netzpolitik.org ist, davon, dass die Bahn ihm eine Abmahnung übersandt habe. Darin wird Beckedahl aufgefordert, einen im Rahmen seines Blogs als PDF-Datei und im Wortlaut veröffentlichten Prüfbericht des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten zu den Vorgängen im Staatsunternehmen, aus seinem Blog zu entfernen.
Wir meinen, dass die Bahn sich besser für die Öffentlichkeit nachvollziehbar um die Aufklärung dieses Datenschutzskandals kümmern sollte, als gegen Blogger vorzugehen. Als Steuerzahler - und damit auf eine gewisse Art und Weise gefühlter Miteigentümer dieses Staatskonzerns - können wir diese Aufklärung erwarten. Nicht angebracht ist, unserer Meinung nach die öffentliche Verharmlosung, als die wir in den vergangenen Tagen die Interviews und Aussagen der Bahn wahrgenommen haben.
Welchen Einfluss haben Zugbegleiter, Stellwerksmitarbeiter oder Lokführer auf den Einkauf der Bahn? Warum muss man ihre Daten mit den Daten von Lieferanten abgleichen und so die Mitarbeiter unter einen Generalverdacht stellen?
Unabhängig davon fragt man sich, ob die Bahn auch dafür verantwortlich ist, dass unser kleines Blog der Nahverkehrhelden seit einiger Zeit regelmäßig Besuch von einem Spider bekommt, der eindeutig einem führenden internationalen Markenbeobachtungsunternehmen zugeordnet werden kann.
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