Übers Pendeln und den Nahverkehr im Ruhrgebiet
Eigentlich sahen die Nahverkehrshelden dem an diesem Wochenende anstehenden Fahrplanwechsel mit Freude entgegen. Die Aussicht, dass die Bedienung der Regionalexpress-Linie RE 3 in Kürze nicht mehr durch die Deutsche Bahn sondern durch die »eurobahn« erfolgt, galt bisher nicht als schlechte Aussicht. Neue Züge vom Typ Stadler Flirt hat man bei der Ausschreibung vor gefühlten 100 Jahren den Kunden versprochen.
Umso erstaunlicher ist, dass jetzt die Züge nicht vollständig bereitstehen. Nach einem Bericht im Westen kann die »eurobahn« nur vier der insgesamt 18 angekündigten neuen Züge einsetzen. Nun droht zum Fahrplanwechsel ein Regional-Express-Chaos. Denn für die restlichen 14 Züge sei es trotz intensiver Bemühungen des Fahrzeugherstellers Stadler sowie der »eurobahn« nicht gelungen, rechtzeitig zum Fahrplanwechsel die notwendige Zulassung vom Eisenbahn-Bundesamt zu erhalten.
Irgendwie wirkt diese ganze Geschichte wie ein Super-GAU. Da schreibt der Verkehrsträger eine Strecke im Dezember 2005 europaweit aus und erteilt schließlich am 30. März 2007 einer Bahngesellschaft den Zuschlag. Man darf annehmen, dass diese vor der Vergabe eines Vertrags mit einer Laufzeit von 16 Jahren sorgfältig unter die Lupe genommen wurde.
Doch trotz eines Vorlaufs von 989 Tagen schafft es der neue Betreiber nicht, seine mit dem Vertrag übernommene Aufgabe pünktlich und vollständig zu übernehmen. Irgendwie bekommt so die damals in der Pressemitteilung des VRR genannte Begründung, dass die Grundlage für den Zuschlag der optimale Mix von Preis und Qualität war, eine ganz neue Bedeutung. Insbesondere wenn man sich erinnert, dass der Preis in diesem Mix mit 90% und die Qualität mit 10% bewertet wurden.
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